Der Werkzeugkasten der Prompt-Typen
Prompting ist kein starrer Prozess. Je nachdem, in welcher Phase der Content-Erstellung du dich befindest, eignen sich unterschiedliche Prompt-Typen. Wenn du diese beherrschst, kannst du deine KI wie ein feines Präzisionswerkzeug steuern.
X-Shot Prompting: verschiedene Wege zur Lösung
Beim Zero-Shot Prompting wirfst du der KI eine direkte Aufgabe ohne jegliche Vorlage oder Beispiele hin. Dies ist ideal für Brainstorming, schnelle Ideenfindung, erste Entwürfe oder Themen, bei denen du dich bewusst überraschen lassen willst. Aber: Das Ergebnis ist oft noch sehr generisch und erfordert manuelle Nacharbeit.
Wie Menschen lernen auch KIs am besten durch Beispiele. Beim One-Shot (ein Beispiel) oder Multi-Shot (mehrere Beispiele) Prompting gibst du der KI ein (oder mehrere) konkretes Muster mit, an dem sie sich orientieren soll. Hier ein Beispiel für ein One-Shot Prompt:
„Hier ist eine E-Mail, die bei unserer letzten Kampagne eine Öffnungsrate von 45% erzielt hat: [Beispieltext]. Schreibe nun nach exakt diesem Aufbau, Tonfall und dieser Satzstruktur eine neue E-Mail für unser neues Produkt X.“
💡 Optimizely Profi-Insight
Im Marketing-Alltag ist das ständige Kopieren und Einfügen langer Texte mühsam. Plattformen wie die Optimizely Agent Platform lösen dieses Problem elegant: Durch die tiefe Integration in die Optimizely Campaign-Infrastruktur musst du der KI nicht den gesamten Text kopieren. Es reicht, im Prompt die spezifische ID deines letzten erfolgreichen Mailings zu referenzieren („Nutze das Mailing mit der ID XYZ als One-Shot-Vorlage“). Die KI ruft den Inhalt im Hintergrund automatisch ab und nutzt ihn als Kontext-Anker.
Chain of Thought: Die KI laut denken lassen
Wenn du komplexe strategische Konzepte entwickelst, scheitern Standard-Prompts oft. Die KI zieht voreilige Schlüsse und liefert oberflächliche Antworten. Die Lösung ist die Chain of Thought-Methode (Gedankenkette). Hierbei forderst du die KI explizit auf, das Problem in logischen Zwischenschritten zu lösen und ihren Denkprozess offenzulegen.
Ein Beispiel:
„Wir möchten eine Kampagne starten, um inaktive B2B-Kunden zurückzugewinnen. Entwickle eine Strategie. Gehe dabei Schritt für Schritt vor: Erstens, analysiere, warum B2B-Kunden inaktiv werden. Zweitens, leite daraus drei Kernbotschaften ab. Drittens, entwirf das Grundgerüst für eine vierteilige E-Mail-Sequenz. Begründe jeden deiner Schritte.“
Der Vorteil: Man erhält nicht nur die fertigen Texte, sondern das strategische Fundament dahinter. Die Ergebnisse sind dramatisch logischer aufgebaut, fehlerfreier und passen sich viel besser an die reale Customer Journey an.
Iteratives Prompting: Der kooperative Dialog
Erwarte nie, dass der erste Prompt sofort das perfekte, fertige Marketing-Asset liefert. Erstklassiger Content entsteht im Dialog. Beim iterativen Prompting arbeitest du dich gemeinsam mit der KI in einem fortlaufenden Gespräch an das gewünschte Ergebnis heran.
In der Praxis sieht diese iterative Schleife zum Beispiel so aus:
Schritt 1: der Rohentwurf:
Du bittest die KI um eine E-Mail für ein Frühlingsangebot (Zero-Shot). Du erhältst einen soliden, aber etwas trockenen Text.
Schritt 2: die Stilanpassung:
Du gibst Feedback: „Das ist ein guter Anfang. Formuliere den Text jetzt deutlich freundlicher, fokussiere stärker auf unsere Zielgruppe der vielbeschäftigten Mütter und hebe den 20-%-Rabatt im ersten Absatz prominenter hervor.“
Schritt 3: die Formatoptimierung
Das Ergebnis ist inhaltlich nun exzellent, aber zu lang für eine gut konvertierende E-Mail. Dein nächster Prompt: „Perfekt. Kürze den Text jetzt auf maximal 100 Wörter und integriere am Ende einen extrem klaren, eindeutigen Call-to-Action (CTA) auf einem grünen Button.“
Das Ergebnis dieser dreistufigen Iteration ist um ein Vielfaches stärker als jeder Versuch, all diese Anforderungen in einen einzigen, überladenen Start-Prompt zu pressen.