Opal-Workflows: Von der Kampagnenidee zum Reporting-Summary

Gunter SchumannGunter Schumann
Jul 21, 2026

Der Begriff „Agentic AI" ist in aller Munde. Was er im Marketing-Alltag tatsächlich bedeutet, ist deutlich weniger klar. In den meisten Beschreibungen bleibt es bei der Idee: Agenten, die autonom Aufgaben übernehmen, mitdenken, Entscheidungen vorbereiten.

Produzieren und Orchestrieren

Was Agentic AI in der Praxis tatsächlich leistet, zeigt sich am besten anhand eines durchgängigen Workflows: von der Kampagnenidee bis zum Reporting-Summary.

Bevor auch nur ein einziger Agent ausgeführt wird, muss eine grundlegende Entscheidung getroffen werden, die alles andere beeinflusst: Was soll Opal über das Unternehmen wissen?

Ein Prompt ist eine einmalige Anweisung, Instructions hingegen sind das dauerhaft hinterlegte Regelwerk: Tone of Voice, Markenregeln, erlaubte und verbotene Begriffe, Formatvorgaben, Stil. Sie werden einmal angelegt und gelten dann automatisch für alle Agenten und alle Chats.

Ein einfacher Vorher-nachher-Vergleich zeigt, was das konkret bedeutet: Ohne Instructions generiert Opal für denselben Prompt Emojis, Ausrufezeichen und eine „Hey Leute”-Anrede. Mit Instructions hingegen entstehen strukturierte Absätze, eine professionelle Ansprache und ein klarer Mehrwert statt Werbedruck.


Instructions können global für alle Agenten gelten oder spezifisch für einzelne konfiguriert werden, je nachdem, ob ein Agent kreative Freiheit oder strikte Markentreue braucht. Für rechtliche oder compliance-sensitive Inhalte lässt sich Kreativität bewusst auf null setzen.

Sechs Agenten, ein Workflow

Der eigentliche Unterschied zwischen einzelnen Agenten und einem Multi-Agent-Workflow liegt in der Frage: Wer orchestriert was?

Bei einem einzelnen Agenten ruft das Team einen spezifischen Workflow auf, beispielsweise Betreffzeilen generieren, E-Mails optimieren oder Kampagnen analysieren. Bei einem Multi-Agent-Workflow übernimmt Opal dagegen die gesamte Kette. 

Der in diesem Kontext demonstrierte Workflow umfasst sechs Agenten.

 

Die Sechs Agenten

1
Ideenfinder

Generiert auf Basis von Thema, Zielgruppe und Kampagnenziel drei bis fünf Kampagnenideen inklusive Betreffzeilen-Vorschlägen und strategischer Begründung.

2
Content Creator

Erstellt auf Basis der gewählten Kampagnenidee vollständige E-Mail-Inhalte. Betreffzeilen, Vorschau-Text, Haupttext in kurzer und langer Variante, CTA-Ideen. Dabei werden die hinterlegten Instructions automatisch berücksichtigt.

3
Optimierer

Prüft den erstellten Content auf Tone of Voice, Klarheit, Spamrisiko und Verständlichkeit. Er liefert Optimierungsvorschläge und eine überarbeitete Version.

4
Campaign Planner

Schlägt Segmentierungslogiken und Ausschlusskriterien in natürlicher Sprache vor mit klaren Definitionen, die das Team direkt lesen und besprechen kann. Inklusive A/B-Split-Empfehlungen.

5
KPI Predictor

Schätzt die Auswirkungen der Kampagne auf die Öffnungsrate, die Klickrate und die Conversion Rate ab und begründet jede Einschätzung. Das ermöglicht fundierte Entscheidungen in der Planungsphase, noch bevor auch nur eine einzige E-Mail versendet wurde.

6
Reporting Agent

Erstellt nach dem Versand eine Zusammenfassung für die Geschäftsleitung: Öffnungsraten, Klickverhalten, Segment-Performance, Vergleich zur Vorkampagne, konkrete Optimierungsempfehlungen für den nächsten Schritt – etwa Listenhygiene bei hohen Bounce-Raten.

Was das in der Praxis bedeutet

Jeder Agent benötigt für einen Durchlauf etwa 20 bis 30 Sekunden. Der vollständige, sechsstufige Workflow läuft in rund einer bis zwei Minuten durch – inklusive einer PDF-Zusammenfassung aller Ergebnisse, die direkt für das nächste Team-Meeting genutzt werden kann.

Manuell durchgeführt, Agent für Agent, dauert dieselbe Kette länger, aber immer noch deutlich kürzer als der klassische Prozess: Briefing schreiben, Content entwickeln, intern abstimmen, optimieren, Segmentierung klären und Reporting aufbereiten.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch nicht allein in der Zeitersparnis. Er liegt darin, dass das Team nicht mehr jeden Schritt aktiv anstoßen und übergeben muss. Der Workflow läuft durch. Das Team schaut auf das Ergebnis und entscheidet dann.-

Die neue Aufgabe des Marketing-Teams

Strukturell verändert sich die Rolle des Teams. Es geht nicht mehr darum, Inhalte zu produzieren, Abstimmungen zu koordinieren und Reportings manuell zusammenzustellen. Stattdessen müssen Kampagnenziele definiert, der Workflow konfiguriert und die Outputs bewertet und weiterentwickelt werden.

Die Routineaufgaben übernehmen die Agenten. Das Team übernimmt die Strategie. So werden Marketing-Teams nicht nur schneller, sondern können mit derselben Kapazität auch mehr testen, variieren und aus Kampagnen lernen.

Workflows als skalierbare Infrastruktur

Workflows in Opal werden per Drag-and-drop visuell aufgebaut, ähnlich wie Campaign-Automationen. Agenten werden in einer Sequenz verbunden, Trigger werden definiert und Schleifen sind möglich. Einmal angelegt, kann der Workflow von jedem Teammitglied aufgerufen werden. Die Logs zeigen transparent für alle, welcher Agent wann ausgeführt wurde und was er geliefert hat.

Das macht Workflows zu einem Produktivitätswerkzeug und zu einer gemeinsamen Infrastruktur: Jeder im Team weiß, wie Kampagnen entstehen und kann eingreifen, optimieren und weiterentwickeln.

Key Takeaways

1
Instructions als Grundlage

Instructions bilden das Fundament eines jeden Agenten: Einmal angelegt, gelten sie für alle Workflows und sorgen so für einen konsistenten Markenstil, ohne dass ein wiederholtes Briefing erforderlich ist.

2
Schnelle End-to-End-Workflows

Der vollständige, sechsstufige Workflow – von der Kampagnenidee bis zum Reporting-Summary – läuft in etwa ein bis zwei Minuten durch. Jeder Agent benötigt dabei etwa 20 bis 30 Sekunden.

3
Strategie statt Routine

Die Rolle des Marketing-Teams verändert sich: Statt selbst Inhalte zu produzieren, übernimmt es die Orchestrierung. Die Agenten übernehmen die Routine, das Team die Strategie.