Wenn Sie herausfinden möchten, wo Ihr Programm heute steht, ist die Personalisierungspyramide das richtige Denkmodell.
An der Basis befinden sich Ihre breitesten Zielgruppensegmente. Jeder in dieser Stufe erhält ein weitgehend ähnliches Erlebnis. Hier starten die meisten Programme – und hier verharren viele länger, als sie sollten.
Je weiter Sie in der Pyramide nach oben gehen, desto differenzierter werden die Erlebnisse. Segmente werden präziser. Inhalte werden spezifischer. Die Daten, auf die Sie zurückgreifen, werden reichhaltiger, weil Sie mehr Quellen kombinieren.
Ganz oben steht die echte 1:1-Personalisierung. Lange Zeit war das ein Wunschtraum. Die Daten existierten theoretisch, aber die Infrastruktur, um in Echtzeit und im großen Maßstab darauf zu reagieren, fehlte.
KI hat diese Lücke geschlossen. 1:1-Personalisierung ist nicht mehr eine Vision, die nur Unternehmen mit hundertköpfigen Datenteams vorbehalten ist. Sie ist jetzt erreichbar, und die Pyramide zeigt Ihnen, wie Sie systematisch dorthin gelangen.
Welche verschiedenen Arten der Personalisierung gibt es und wann wird welche eingesetzt?
Aus Implementierungsperspektive gibt es grundsätzlich zwei Methoden zur Umsetzung von Personalisierung:
Regelbasierte Personalisierung
Regelbasierte Personalisierung nutzt vordefinierte Logik, um die User Experience dynamisch zu steuern. Stellen Sie es sich wie ein Flussdiagramm vor: Wenn ein Nutzer X tut, zeige ihm Y.
Sie ist zuverlässig, nachvollziehbar und schnell implementierbar. Ein Finanzdienstleister könnte sie einsetzen, um bestehenden Kontoinhabern andere Inhalte anzuzeigen als Interessenten. Eine SaaS-Plattform könnte verschiedene Onboarding-Pfade basierend auf der Rolle des Nutzers anbieten.
Algorithmische oder KI-gestützte Personalisierung
KI-gestützte Personalisierung nutzt maschinelles Lernen, um Echtzeit-Verhalten und Kontext zu interpretieren und das Erlebnis entsprechend anzupassen – ohne dass ein Mensch die Regeln manuell aktualisieren muss.
Hier hört Personalisierung auf, reaktiv zu sein, und wird prädiktiv. Beispiele sind Content Recommendations für ein Medienunternehmen, Next-Best-Action-Empfehlungen in einem B2B-SaaS-Produkt, dynamische Preisgestaltung im Reisebereich und personalisierte Behandlungspfade auf Gesundheitsplattformen.
KI ist der Motor, der Signale erkennt und die Umsetzung skaliert. Die menschliche Strategie entscheidet, was diese Signale bedeuten und welche Maßnahmen daraus abzuleiten sind.
Einen viel tieferen Einblick in die verschiedenen Arten der Personalisierung finden Sie in unserer Aufschlüsselung, wann Sie regelbasierte und KI-gestützte Ansätze nutzen sollten, um richtig starke personalisierte Erlebnisse zu liefern.
Spoiler-Alarm: Die meisten ausgereiften Personalisierungsprogramme setzen beides ein. Regelbasierte Personalisierung deckt die definierten, hochsicheren Szenarien ab. KI übernimmt die Grenzfälle, die aufkommenden Muster und die Momente, in denen die Daten eine Geschichte erzählen, bevor ein Mensch sie bemerkt hätte.
Customer Journeys sind zu komplex geworden, als dass ein einzelner Ansatz allein ausreichen würde. Stabile Segmente verschieben sich. Kanäle vervielfachen sich. Die Kombinationen aus der Identität einer Person und ihrer Position in der Journey erzeugen mehr Permutationen, als jede Regelbibliothek bewältigen kann.